· Karate für Senioren 50plus

Karate für Senioren stärkt die Gesundheit

Nicht nur für Kinder und Jugendliche ist sportliche Betätigung gut. Auch für Erwachsene und vor allem Senioren empfiehlt es sich, regelmäßig Sport zu treiben. Denn wer körperlich aktiv bleibt, steigert dadurch die Funktionsfähigkeit der Organe, die Belastbarkeit der Muskeln, Gelenke und Sehnen und senkt zudem das Risiko von chronischen Erkrankungen deutlich. Außerdem verbessert sportliche Betätigung auch die denkerischen Fähigkeiten. Viele Senioren haben allerdings Angst vor neuen, bisher unbekannten Bewegungsabläufen sowie einer Überforderung und scheuen deshalb sportliche Betätigung.

Die WHO (World Health Organisation) Weltgesundheitsorganisation erkennt Karate als therapeutische Disziplin an.

Warum Karate für Senioren als Studienthema?

Manche mögen sich fragen, warum gerade eine Kampfsportart wie Karate für die Studie ausgewählt wurde. Für diese Sportart sprach allerdings die Tatsache, dass Karate als ganzheitlich ausgelegte Sportart gilt, die die konditionellen, koordinativen und kognitiven Fähigkeiten fördert. Gerade dadurch war Karate geradezu prädestiniert für die Studie. Ein Karate-Training war also vor allem deshalb für eine solche Studie geeignet, weil eben nicht nur ein Großteil der inneren Organe aktiviert, die Beweglichkeit gefördert und die Verdauung, der Kreislauf und die Atmung verbessert wird, sondern zusätzlich auch die geistige Flexibilität erhalten bzw. neu geschult wird.

Studie: Karate für Senioren

An der Universität Regensburg wurde in Kooperation mit dem Bayerischen Karatebund sowie einem ortsansässigen Allgemeinmediziner eine Studie durchgeführt, die zeigen sollte, ob Karate für Senioren neben einer Verbesserung der physischen Leistungsfähigkeit auch eine positive Veränderung des persönlichen Wohlbefindens, sowie der kognitiven Leistungsfähigkeit bewirkt. Insgesamt nahmen an der Studie 48 Senioren beiderlei Geschlechts im Alter von 67 bis 93 Jahren teil, was ein Durchschnittsalter von immerhin 78,8 Jahren ergab. Den Initiatoren war es wichtig, dass die teilnehmenden Personen aus verschiedenen Umfeldern stammten, daher wurden Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgewählt, die sowohl eigenständig im privaten Haushalt lebten, als auch in Seniorenheimen. Von der Teilnahme ausgeschlossen waren lediglich Personen, bei denen schon kognitive Defizite bzw. eine Demenz-Erkrankung vorlagen. Das Durchschnittsalter aller Teilnehmer lag bei 78,8 Jahre.

Ablauf der Studie

Um wissenschaftlich fundierte Ergebnisse erzielen zu können, wurden die teilnehmenden Personen auf vier verschiedene Gruppen verteilt. In einer Gruppe wurden die Probanden ausschließlich motorisch geschult, eine andere Gruppe beinhaltete rein kognitive Übungen, in der dritten Gruppe wurde ein klassisches Karate-Training angeboten und die vierte Gruppe fungierte als Kontrollgruppe ohne Training. Jeweils vor Beginn und nach Ende der Trainingseinheiten wurden Tests zur kognitiven Leistungsfähigkeit und zur emotionalen Befindlichkeit gemacht. Das Ergebnis war erstaunlich aber erwartet, denn sämtliche Trainingsangebote hatten tendenziell eine Verbesserung der kognitiven Leistungsfähigkeit zur Folge. Am deutlichsten war der Erfolg bei der Karate-Gruppe, da sich bei den Probanden die Merkfähigkeit stark verbesserte, was vor allem den neu zu erlernenden, komplexen Bewegungsabläufen geschuldet ist. Als Nebeneffekt der Karate-Gruppe konnte zudem nachgewiesen werden, dass die Gruppenmitglieder nach Abschluss der Studie weniger depressiv waren und sich insgesamt ausgeglichener und glücklicher fühlten.

Sportliche Betätigung fördert das Wohlbefinden

Die Studie der Universität Regensburg, die unter http://idw-online.de beschrieben ist, konzentrierte sich zwar auf Karate für Senioren, machte aber auch deutlich, dass jede Form von sportlicher Betätigung für ältere Menschen sinnvoll ist. Wer im Alter Sport treibt, der hält nicht nur seinen Körper fit und beugt chronischen Erkrankungen vor, sondern sorgt auch dafür, dass seine geistigen Fähigkeiten trotz zunehmendem Alter nicht nachlassen.

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